Donald Trump, President-elect of the United States

 

1.  Einleitung

In meinem ersten Beitrag zu Donald Trump habe ich noch erhebliche Zweifel gehabt, ob er gewählt würde oder nicht. Nun ist es wider Erwarten passiert und Donald Truzmp wird der nächste Präsident der Vereinigten Staaten  von Amerika. Seine Wähler hatten simpel die Schnauze voll vom satuierten Establishment in Washington. Hillary Clinton wurde nicht als erste kompetente Frau im Weissen Haus wahrgenommen, sondern als Auslaufmodell einer korrupten und assozialen elitären Schicht, die mit der Realität des Volkes nichts mehr zu tun hatte. Der ahnungslose, grossmaulige Rüpel Trump hat alle Enttäuschten perfekt in ihrer Frustration abgeholt 

Aus der Emotionsforschung weiss man, dass Emotionen, wenn sie mein Befinden dominieren, mein Denken komplett blockieren können.

Trump wusste geschickt, mit Hilfe eines cleveren Wahlkampfteams, die Emotionen der frustrierten Bevölkerung anzusprechen und mit irrationalen Versprechungen die Mehrheit zu ködern. Wie in meinem vorherigen Block habe ich beschrieben, dass sozialisierte Psychopathen sich überhaupt nicht darum kümmern, was ihre Aussagen für Konsequnezen haben. Es zählt nur das Ziel und der Augenblick. 

Trump hält sich an keine Regeln, sondern fährt ungerührt trotz der Wahl mit seinem Wahlkampf  fort. Er verspricht, bricht Versprechen aus dem Wahlkampf, twittert wie ein süchtiger Teenager in der Weltgeschichte herum und lässt durch seine engsten Berater sein Kabinett aufstellen. Was er ganau vorhat, das weiss niemand, alles ist in der Luft. Die Börsen steigen rasant, denn Phantasien befeuern die Börsen oder bringen sie zum Absturz. Trump hat es sogar geschafft, durch sein verführerisches Geschwurbel allen den Eindruck zu vermitteln, dass alles nur halb so schlimm ist. Liest man die Kommentare in den Zeitungen, dann sondern sogar die so seriösen Journalisten allesamt Vermutungen ab, aber niemand weiss, was eigentlich auf uns zukommt. 

 

2. Die Macht verinnerlichter Interojekte

  • Es ist auffällig, wie Donald Trump es schafft, losgelöst von jeglicher Realität, seine eigne Welt zu erschaffen. Ich möchte in meinen Ausführungen beschreiben, wie verinnerlichte biographisch bedingte Introjekte unser Handeln bestimmen, wenn sie unbewusst sind.

 

  • Introjekte sind verinnerlichte, durch Lebenserfahrung erlebte Bezugspersonen, die unser Selbst ausmachen und wie auf einer inneren Theaterbühne ihren Einfluss geltend machen. Diese verinnerlichten Bezugspersonen werden ein Teil unserer Persönlichkeit und wir werden in unserem Handeln und Verhalten durch sie fremd bestimmt. 

 

  • In meinem letzten Block über Trump habe ich die wichtigsten, ihn bestimmenden Bezugspersonen beschrieben. Sein jetziges Verhalten entspricht genau den beschriebenen biographischen Erfahrungen. Seine ersten Handlungen als zukünftiger Präsident entsprechen einer Repräsentation seiner inneren Welt. 

 

  • So fällt auf, dass für ihn keine Regeln gelten. Wie damals als vergöttertes kleines Kind durch die Mutter, benimmt er sich als zukünftiger Präsident. Man kann sich genau vorstellen, wenn er sich so in den letzten Monaten in Szene setzt, wie seine geliebte Mutter neben ihm sitzt und ihn bewundert und ihn für jeden narzisstischen Anfall über den Kopf streichelt und ihn über alles lobt. 

 

  • Grossspurig verspricht er grosse Taten, die er vollbringen wird, ohne sich darum zu kümmern, ob seine Vorhaben überhaupt realisierbar sind. Alles ist positiv und toll, sein Vater ist stolz, wie Donald endlich die Aufmerksamkeit bekommt, die seinem Vater verwehrt wurde. Schon im Wahlkampf hielt er sich an keine Regeln, benahm sich gegen jede politische Korrektheit, ja er scherte sich keinen Deut darum und wurde noch dafür gewählt. Sein Vater seelig sitzt nun neben ihm und bewundert seinen kleinen Donald, wie er dem Vater das grosse Geschenk macht und die Familienschande des verklemmt seins vergessen macht. Donald ist im Mittelpunkt und alle hören ihm zu. Wenn jemand ihn kritisiert, dann wehrt er sich und twittert mit einem Gewitter sofort zurück. Er ist jetzt genau die Person geworden, die sein Vater nie hat sein dürfen, klein Donald hat es  geschafft.

 

  • Aber der Vater und die Mutter haben  die Notbremse gezogen und klein Donald als Junge in die Militärakademie geschickt, damit aus ihm ein echter Mann wird. Theodore Dobias, der Vietnamveteran, wurde für Trump der äussere Stabilisator in Bezug auf sein grenzenloses Verhalten. Ich habe beschrieben, wie Trump Dobias so bewundert hat, obwohl er von ihm aus erzieherischen Gründen halb tot geschlagen wurde. Am Schluss identifizierte er sich mit ihm. Wer sich aber nur mit jemandem identifiziert, bildet keine eigenständige psychische Struktur aus. Sein Handeln gründet immer nur auf Imitation. Eigenständiges Handeln ist ausgeschlossen, selbständiges Reflektieren eine Illusion, Selbstkritik eine Schande und Schwäche.

 

  • Durch Identifikation werde ich ein Anhängsel des anderen und dieser gibt mir immer vor, was ich zu tun habe. Trump hat nie gelernt, eigene Verantwortung zu tragen. Er wurde immer aussen geleitet, zum fremd bestimmten Wesen. In seinem Kabinett sind nun genau ein Vielfaches an Dobias vertreten. Auch seine Strategieberater sind autoritäre, fremd bestimmende Typen. Alle Mitglieder sind reich und erfolgreich, wie Trump. Er ist einerseits unter seinesgleichen, dennoch einsam und fremd, denn trotz seines Aktivismus, ist er eine Marionette anderer Interessen. Dadurch hat er sich aber die Flausen eines kleinen Kindes erhalten. Er hat es sich so einegrichtet, dass Amerika und inmitten das Weisse Haus sein grosses Spielzimmer wurde. Aller Pflichten hat er sich entledigt. Andere werden es richten. So twittert er weiter in der Weltgeschichte herum und findet Zeit, sich mit einem Gastrokritiker tagelang zu streiten, wie wenn es keine anderen Probleme gäbe. Seine politischen Äusserungen sind nebulös und bar jeder Realität. Wie ein kleines Kind fouttiert er sich um diplomatische Gepflogenheiten, schwafelt drauflos und kümmert sich gar nicht darum, welche Konsequnezen sein Verhalten haben könnte.

 

  • Die soziale Umwelt erstarrt  in Angst und Schrecken. Wieder ist es soweit wie in seiner Kindheit, als Donald Trump in keiner Schule geduldet wurde, weil sein Verhalten jegliche Grenzen der sozialen Disziplin gesprengt hatte. Wir, die ganze Welt, sitzen ratlos vor dem bösen Bub, der wie seinen Eltern über den Kopf gewachsen ist. Nur können wir Donald Trump nicht in die Wüste oder in eine militärische Akademie schicken. Die ganze Situation ist  so pervers, dass wir unsere Hoffnung auf altgediente Generäle ausrichten müssen und assoziale Kapitalisten  uns nun vor diesem irrationalen Menschen bewahren müssen. 

 

3.  Donald Trump als Projektionsfläche

  • Die Beschreibung von Donald Trumps Verhalten als zukünftiger Präsident ist die eine Perspektive, die andere Perspektive ist die Faszination, die von Trump gegenüber seiner sozialen Umwelt ausgeht. Die Wähler von Donald Trump werden von vielen als dumm und verblendet beschrieben, aber immer mehr häufen sich die Äusserungen auch von vernünftigen Mneschen, die der Wahl von Trump etwas Positives abgewinnen können. Das infantile Verhalten von Trump löst in unserer Welt, die unsicher und irrational geworden ist, ganz bestimmte Gefühle aus.


  • Für uns wird Trump eine Projektionsfläche, auf die wir alle unsere verborgenen Gefühle ausleben können. Wir fühlen uns in einem Verhaltenskorsett gefangen, werden durch Regeln der politischen Korrektheit gegängelt, fühlen uns nicht mehr frei und selbstbestimmt, sondern hilflos der Unbill unserer Welt ausgeliefert. Wir haben das Gefühl, durch die Globalisierung auf unsere Umwelt keinen Einfluss mehr zu haben. Der leider zu früh verstorbene Psychologe Klaus Grawe hat in seiner Konsitenztheorie als eines der wichtigsten psychischen Grundbedürfnisse das Bedürfnis nach Kontrolle beschrieben. Darunter versteht er das psychische Bedürfnis, auf seine Umwelt Einfluss zu haben und Wirkung zu erzielen. Werden wir zur sinnlosen Nummer, dann verlieren wir an Bedeutung und diese Bedeutungslosigkeit löst in uns Aggression aus. 

 

  • Trump bietet sich uns  als Projektionsfigur genial an. Weil wir nicht wissen, wer er ist, weil er eigentlich eine hohle Hülle ist, können wir sie nach Lust und Laune füllen. Nicht umsonst geht die Mär um, dass eine Big Data Firma es geschafft hätte, Trump zum Sieg verholfen zu haben, indem sie die persönlichen Daten von Fecebooknutzern absaugte und jedem Wähler in Amerika die gewünschte Meinung frei Haus geliefert hätte. Diese Meinung wurde in einem Artikel publiziert und verbreitete sich in Windeseile um die ganze Welt. Eigentlich brauchen wir keine Big Data Firma. Trumps Verhalten, das ja ein Produkt seiner Umwelt ist, genügt, dass jeder seine Frustration auf Trump projizieren kann und genau von ihm das Verhalten serviert bekommt, das er sich in der Regel nicht erlauben darf. Die Wahl von Trump ist genau die Streicheleinheit, die er schon für sein grenzenloses, Regel brechendes Verhalten, besonders von seiner Mutter, bekommen hat. Er lernte von früh an, die unterdrückten emotionalen Bedürfnisse seiner Eltern zu befriedigen.

 

  • Die Sexualität von Trump und die sexuellen Phantasien der Amerikaner: Am Beispiel der sexuellen Phantasie der Amarikaner lässt sich das psychologische Muster der Projektion auf Trump hervorragend illustrieren. Nancy Friday hatte Ende der 70 iger Jahre eine Untersuchung über die sexuellen Phantasien der Frauen und Männer in Amerika durchgeführt. Diese Bücher lesen sich wie Pronographie, obwohl doch die Amerikaner diesbezüglich sehr verklemmt sind und peinlichst darauf achten, dass die Zurschaustellung von Sexualität um jeden Preis vermieden wird. Nancy Friday galubte wirklich, dass die Amerikaner auch real diese sexuellen Wünsche ausleben würden, und war sehr stolz darauf, dass ihr Volk doch nicht so verklemmt ist, wie sie zuerst glaubte
    Im Wahlkampf wurde ein altes Video ausgegraben, das Donald Trump in einem Männergespräch blossstellte, wie er in äusserst sexistischer Art mit seiner Muschigrabscherei prahlte. Alle glaubten, dass nun die Wahl für Hillary Clinton gelaufen wäre. Aber weit gefehlt. Trump bediente die perversen, unterdrückten sexuellen Phantasien vieler Amerikaner. Das ungezogene Kind Donald Trump hat wieder zugeschlagen. Für ihn ist alles immer ein Kinderspiel, nichts ist ernst, alles just for fun. Seine Welt ist ein riesiges Spielzimmer, in dem er sich austoben kann.

 

  • Dieses Muster kann nun auf alle Lebensbereiche übertragen werden. Fühle ich mich als weisser Mann betrogen und fühle mich um meine Privilegien beraubt, habe ich vor Fremden Angst, machen mir Schwule und emanzipierte Frauen Angst, immer hat Trump eine Antwort parat, sprich er zeigt das Regel brechende Verhalten.
    Er lebt eine Freiheit vor, die wir glauben, alle verloren zu haben. Dann schreit er wie ein kleines Kind:"Ich werde Amerika wieder gross machen." Eigentlich sagt er, "Ich nehme Euch alle Sorgen und ich mache Euch frei von allen Regeln, denn Ihr seid so gefangen, dass Ihr geknechtet seid. Es ist Zeit, dass wir Amerikaner machen dürfen, was wir wollen, uns hindert niemand an unserem Lebensstil." Ein Indiz für diese Mentalität sind zum Teil Männer in seiner Regierung, die er wie Zombies aus dem Hut gezaubert hat. Der Arbeitsminister wird ein Kapitalist schlimmster Sorte, Umweltminister wird ein Gegner jedlicher Umweltpolitik, Verteidigungsminister wird ein General, ein Haudegen alter Sorte, eine echte Kampfsau, Aussenminister wird ein enger Geschäftspartner von Vladimir Putin, sein persönlicher Berater ist ein gescheiterter Harvardabsolvent, der durch seine Naziaffinität sein angeknackstes Selbstwertgefühl aufpeppen muss. Und alle sind steinreiche Millionäre oder sogar Milliardäre, wie Trump auch. Seine Kinderstube staffiert Trump buchstäblich mit einem Horrorkabinett aus. 

 

4. Schlussbemerkungen

Ich persönlich weiss wirklich nicht, wie es herauskommt, aber dieses psychopathische Gebräu, das nun in Amerika an die Macht kommt, macht mir Angst. Dass die Börsen  nach der Wahl von Trump so rasant in die Höhe schnellen, hat meiner Meinung nach mit einem Verdrängungsverhalten zu tun. Man will mit der Gefahr nichts zu tun haben. Überall hört man Meinungen, die das Phänomen Trump bagatellisieren und verharmlosen. Ich wünschte mir, dass ich unrecht habe.

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Montag, 22. Mai 2017